Schulische Integration

Geschrieben von Franziska Hruschka.

Schulische Integration an der Grund- und Mittelschule Neuendettelsau erstreckt sich auf zwei Bereiche: Die Inklusion von gehandicapten Kindern sowie die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund. In beiden Fällen ist das Ziel den Kindern Wege und Möglichkeiten zu einer möglichst umfassenden sozialen Teilhabe aufzuzeigen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf "Inklusion", also darauf, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. So steht es auch in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die seit 2009 auch in Deutschland gilt. Doch von der rechtlichen zur tatsächlichen Gleichstellung behinderter Menschen ist es noch ein weiter Weg. Wir als Schule wollen Kindern diesen Weg ermöglichen; immer unter der Präambel, dass jedes Kind einzeln gesehen und gewürdigt werden muss. Konsensfindung mit dem Elternhaus ist ein hohes Ziel, und manchmal müssen wir als Regelschule uns eingestehen, dass wir für ein Kind - je nach Art und Grad des Handicaps - doch die suboptimalere Beschulungsform sind. Dennoch ist unsere Schulfamilie auf das im Hause im Bereich Inklusion erreichte stolz. Seit mehreren Jahren finden sich an unserer Schule Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule mit einer eigenen Schulbegleitung im Sinne der Inklusion besuchen.

Interkulturelle Bildung ist basaler Bestandteil des Erziehungsauftrages unserer Schule. Sie fordert bei allen Schülerinnen und Schülern die Entwicklung von Einstellungen und Verhaltensweisen, die dem ethischen Grundsatz der Humanität und den Prinzipien von Freiheit und Verantwortung, von Solidarität und Völkerverständigung, von Demokratie und Toleranz verpflichtet sind.

Auf dieser Grundlage sollen den Schülerinnen und Schülern in unserem Hause kulturelle Sozialisation und Lebenszusammenhänge bewusst werden; sie sollen über andere Kulturen Kenntnisse erwerben und Neugierde, Offenheit und Verständnis für andere kulturelle Prägungen entwickeln. Sie sollen Vorurteile gegenüber Fremden und Fremdem wahr- und ernst nehmen, dabei das Anderssein der anderen respektieren und so Konsens über gemeinsame Grundlagen für das Zusammenleben in einer Gesellschaft bzw. in einem Staat finden. Grundlage all dessen ist die Überwindung der sprachlichen Barriere. Wir als Schule sind allein mit der Auflösung des gesellschaftlichen Anspruchs, gleichberechtigtes Zusammenleben von Minderheiten und Mehrheit zu gewährleisten, überfordert. Sehr wohl können wir allerdings dazu beitragen, dass Minderheiten vor Ausgrenzungen geschützt werden und kulturelle Vielfalt als Bereicherung und wünschenswerte Herausforderung empfunden wird. Lehrerinnen und Lehrer müssen befähigt werden, damit sie in ihrer pädagogischen Arbeit Raum für unterschiedliche Sichtweisen und Sichtwechsel geben können. Und nicht nur sie:  Auch in dieser Hinsicht wird bei uns in Neuendettelsau mit dem Sachaufwandsträger in mustergültiger Art und Weise zusammengearbeitet sodass es möglich wurde, eine eigene Stelle für eine Kraft in kommunaler Trägerschaft einzurichten, die sich ausschließlich und in Gänze der sprachlichen Förderung der nichtdeutschmuttersprachigen Kinder widmet.